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NETZWERK
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Louis Mai ist seit Juli diesen Jahres neues Mitglied im GBG-
JuniorenTeam. Der erfolgreiche Judoka ist dankbar für die
Unterstützung, mit der er Schule und Sport leichter unter
einen Hut bringen kann.
MIT KRAFT UND
KÖPFCHEN!
L
ouis ist gerade mal 16 Jahre alt.
Der jüngste von drei Brüdern, im
übrigen allesamt ebenfalls sehr erfolg-
reiche Judo-Kämpfer, lebt für seinen
Sport. Sein ganzes Zeitmanagement ist
auf das intensive Training ausgerichtet,
das er Woche für Woche bewältigt.
Sechs Trainingseinheiten in sieben
Tagen sind es, dazu kommen noch
einige Lehrgänge. Vor Wettkämpfen
erhöht sich der Umfang sogar deutlich.
Es ist ihm wichtig, dass nichts auf der
Strecke bleibt, sei es die Schule oder
die Gruppe junger Judo-Kinder, die
er als Coach so ganz nebenbei auch
noch unterrichtet. Dafür hat er seit
diesem Schuljahr auf die Eliteschule
des Sports gewechselt, worüber er
seine schulische wie auch sportliche
Entwicklung besser in Einklang brin-
gen kann. „Das Fördergeld der GBG
hat mir extrem geholfen. Das konnte
ich sehr gut für meinen Schulwechsel
einsetzen. Gerade zum Start fiel eine
Menge für neues Lernmaterial an.“
Genau das ist auch die Kern-Idee, die
hinter der Gründung des GBG-Juni-
orenTeams steckt. „Wir unterstützen
junge Athleten, damit sie Schule und
Sport leichter verbinden können“ be-
richtet Christian Franke, Bereichsleiter
der GBG.
Damit kann Louis ganz in seinem
Sport aufgehen: „Es ist das Zusam-
menspiel von Kraft, Ausdauer und
Technik, das Judo so besonders
macht. Aber auch der Kopf muss
dabei sein.“ Volle Konzentration ist
gefordert, wenn er seinem Gegner
gegenüber tritt. Früher sei er vor den
Wettkämpfen sehr nervös gewesen,
erzählt der trotz seiner großen Erfolge
sehr bescheiden gebliebene Athlet,
der es schon zu einem 3. Platz bei
den Deutschen Meisterschaften
gebracht hat. Mit Mental-Training
hat er das aber sehr gut in den Griff
bekommen.
Der ungemein komplexe Sport
fasziniert ihn, seit er fünf Jahre alt
ist. Es ist aber nicht nur das eigent-
liche Kräftemessen, das für ihn den
Reiz ausmacht. Mindestens genauso
wichtig ist ihm der sehr respektvol-
le Umgang, den ausnahmslos alle
Judoka untereinander pflegen. Und
das weltweit auf allen Kontinenten,
unabhängig davon, ob man als Sieger
oder Unterlegener aus einem Kampf
hervorgeht. Ganz besonders spürbar
ist das natürlich in Japan. Dort war er
vor kurzem, um im Geburtsland des
Judo mehr über seinen Sport
zu erfahren und zu lernen.
Louis‘ Trainerin Carmen Bruckmann
im 1. Mannheimer Judo Club hat
schnell erkannt, dass der dritte der
Mai-Brüder - wie seine Geschwister
auch - über großes Talent verfügt: „Er
hat ein gutes Körpergefühl, aber auch
ein feines Gespür für das Tun des
Gegners. Seine physischen Voraus-
setzungen sind super, er hat einfach
jede Menge Kraft. Und zuguterletzt:
eine unglaubliche Lust auf Judo.“
Wichtig ist ihr, dass ihre Schützlinge
nicht verheizt werden und nicht zu
früh zu viel machen. Deshalb werden
Wettkämpfe und Prüfungen zeitlich
gut abgestimmt. Als nächstes stehen
die Deutschen Meisterschaften im
März 2018 an. Und wenn man Louis
nach seinem persönlichen großen Ziel
fragt, lächelt er: „Wie für jeden ambi-
tionierten Sportler natürlich Olympia.
Aber bis dahin ist noch ein weiter
Weg. Im Judo erreicht man seinen
Leistungshöhepunkt um die Dreißig,
weil der Erfolg viel mit Erfahrung zu
tun hat. Die bekommt man erst über
die Jahre.“ Bei allen Träumen, die
Louis hat, bleibt er realistisch. Neben
körperlichem und zeitlichem Einsatz
sind das beste Voraussetzungen
dafür, irgendwann mit einer olympi-
schen Medaille auf dem Treppchen
zu stehen.
6 GEBORGENHEIT
GEBORGENHEIT 7
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